Sie ist verloren. Tief verstreut in ihr, liegen ihre Gefühle verborgen. In der stille des Alltages schlägt es, ihr kleines Herz. Denn das ist, was es ist. Klein. Es hat so viel zu sagen und dennoch, es wagt nicht den Mund aufzumachen. Aus Angst man würde merken, wie unverbraucht, wie rein es noch ist.

Überall sieht man sie wandeln. Die verbrauchten Herzen. Mit Schmerz zugedeckt, als würde es sie im Winter warm halten. Vernarrt niemanden mehr an sich ran zu lassen, immer auf der hut zu sein, um dennoch dem misstrauen ein Zuhause zu geben. In der Hoffnung,dass es sie vor weiterem Schmerz schützt, machen sie sich auf den Weg ins nichts, wohl wissend dass sie nunmehr weiter als je zuvor davon entfernt sind, einem anderen Menschen, jemals wieder Geborgenheit und Vertrauen schenken zu können. Sie kümmern sich um ihr eigenes wohl, als wäre es ein längst verschollener Schatz. Immer in Angst lebend,dass es jemand entdecken könnte. Denn es ist die einzige Beständigkeit, in ihrem kurzem Leben.

Es gibt ihnen halt, doch sie bauen sich eine Form von Egoismus auf, die niemanden jemals mehr erlauben wird, sie wahrlich so zu sehen wie sie wirklich sind. Denn sie haben es selbst vergessen. Ihre äußerliche Fassade wächst weiter und ihr kleines Herz schrumpft. Bis es irgendwann, ohne eine einzige Vorwarnung, gänzlich im Dunkeln verschwindet. Mit ihr, die Freude über die kleinen dinge des Lebens. Das Leben hat sie verwandelt, bis sie nur noch einem lautlosen Wesen gleichen.

Aber sie will das alles nicht. Sie will es behalten, ihr kleines kindliches Herz. Denn es sprüht nur so vor Freude. Und obgleich ihr bewusst ist, dass niemand sie jemals verstehen wird, so kann sie es nun mal nicht gehen lassen. Ihr Herz macht was es will, ihr Herz fühlt was es will. Und die meiste Zeit ist es ihr eher im Weg, als dass es ihr etwas nützt.

Es schreit auf, wenn sie jemand mag, es Weint schrecklich, wenn jemand sie verletzt. Es Liebt voller Leidenschaft und zu Zeiten schreit es so sehr auf, dass es eine Qual ist, es zu kontrollieren. Ihre Gefühle führen Krieg und ihre emotionale Stabilität gleicht, an manchen Tagen, einem Schleudertrauma. Denn ihr Gegner ist wahrhaft groß

Jemanden wahrlich zu sagen was sie fühlt, scheint aussichtslos. Denn er kennt keine Gnade. Er kämpft mit unfairen mitteln und veranlasst sie, sich jegliches Szenario auszudenken, dass in ihrem kleinen Kopf nur stattfinden kann.

Ihre Gedanken, der mächtigste Gegner von allen.

Dennoch versucht sie ihr Glück immer wieder. Wie verstreut ihre Gefühle auch sein mögen und wie verloren sie sich noch fühlen mag. Sie kämpft. Damit eines Tages, das letzte Puzzle teil eingefügt werden kann, von einem herzen, dass ihrem gleicht. Um somit irgendwann das Bild aufzudecken, dass sie schon immer dahinter vermutet hatte.

Lächelnd sah sie es sich an. Ihr kleines Herz. Es hätte viel größer sein sollen.

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