Ein, Aus, ein, aus. Still und ruhig senkt und hebt sich seine Brust. Durch eine Wand der Melancholie hindurch, bahnt sich die Luft ihren weg, tief in die Lungen, erhält einen Körper am Leben den der Besitzer schon tausend mal zuvor aufgegeben hatte. Immer wieder, an diesen bestimmten Tagen, da verlässt er diesen Körper. Weil, er es nicht mehr aushält. Weil, er verschwinden will.

An diesen Tagen liegt, sein vollkommen leblos scheinender Körper, flach im Bett. Die Augen weit offen blickt er, mit einem kleinem schmunzeln um die Lippen, aus dem nicht weit entfernten Fenster. Bereitet sich vor auf die Reise, die er schon so viele male auf sich genommen hatte.

Die Wolken, sie sind ihm so vertraut wie eh und je, denn er weiß, dass sobald sie die Farben strahlend blau wirken lassen, es zeit ist los zulassen. Denn dann ist es Zeit in seine, von ihm so geliebte, Realität zurückzukehren. In dem sein Leben perfekt ist und in dem seine träume nicht nur träume sind. Sie sagen, dass er flüchtet, dass er depressiv sei, dass er sich für die Realität entscheiden müsse. Doch seine Welt ist es nicht, die ihn, die sein Ich, Stück für Stück in seine Einzelteile versetzt.

Denn dass, was sie alle Leben nennen, diese Realität, hat ihn über die Jahre in eine Sanduhr verwandelt. Stetig fließt er, Sandkorn für Sandkorn, in das kleine ovale Gefäß runter. Wartet, qualvoll auf die Zeit. Bangt um seinen verstand, auf dass sie sich irgendwann dreht und es wieder bergauf geht. Doch hat er nach all den Jahren immer noch nicht die Größe seiner Sanduhr erfahren und es scheint als wären die guten Zeiten weit kürzer, als die schlechten und so mehr Jahre ins Land ziehen, desto kürzer werden sie.

Trotz dessen hat das Warten, in dieser bedauernd traurigen zeit, zumindest einen Ausweg, eine alternative für ihn gefunden. Ob gleich er weiß, dass es nur für ein paar Stunden seine leere von ihn nimmt. Doch es ist sein einziger halt. Er schätzt sie zu sehr um sie aufzugeben und um so kürzer seine guten Tage werden, so schmerzlicher wird ihm bewusst, dass ihm diese lächerlich kurzen reisen nicht mehr genügen.

Aber er macht sich, wie tausend male zuvor auf die Reise. Wartet auf die blauen strahlen die ihm den Weg weisen, in eine Welt, die er seiner Verzweiflung zu verdanken hatte.

Er richtet seinen Kopf aus, die Augen offener als je zuvor, um in seine Welt zu verschwinden. Den sie hatten recht, er muss sich für die Realität entscheiden.

Ein letztes mal, wird er es sehen und mit einem Lächeln verschwindet er.

Aus dem Fenster.

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