Wie die Feder im Wind, leicht und unaufhaltsam, schwebe ich durchs leben. Lasse mich leiten, manchmal Links herum, manchmal rechts herum und manchmal, ja manchmal da lasse ich mich sogar zu etwas ganz neuem verleiten. Einmal da bin ich statt zu schweben, geschwommen. Doch das war nichts für mich, immer dieses auf und ab, die Strömungen und vor allem diese Wasserfälle, die sich einem urplötzlich in den weg stellen. Nein das war nun wirklich nichts für mich. Trotz dessen versuchte ich mich lange damit anzufreunden, weil die Sonne, die Wolken, das Gras, die Felsen, nun ja wirklich jeder der mir begegnet ist sagte, dass alle schwimmen würden. Weil, es so schnell ging und weil, es so einfach war. Denn das Wasser floss nur in eine Richtung, ich dagegen, wusste nie wo es mich hinführen würde.

Es wäre manchmal so nett an einem Punkt bleiben zu können. Meine Reise so beständig haben zu können wie sie. Natürlich schon mit höhen und tiefen, die lassen sich nicht vermeiden sagt Mutter Sonne, aber irgendwie ist ihre reise trotzdem fester als die meine. Weil, sie nicht allein sind. Weil, sie einander haben. Dann kann man sich nämlich aneinander fest halten, falls ein Wasserfall kommt.

Ich habe es schon oft versucht, habe  „experimentiert“ mit dem festhalten. Aber irgendwie funktioniert das bei mir nicht so ganz. Ich kann mich nicht festhalten, gleite ab, weil die Energie nicht stimmt … Ich hatte die Blitze mal gefragt woran das Liegen könnte. Sie sagten „ Du bist wie ein Magnet, du passt halt nicht zu jedem. Viele wirst du abstoßen, weil du sie nicht in deiner nähe haben magst oder weil sie nicht in deiner nähe sein wollen, doch sei gewiss dass, das Leben schon andere für dich vorgesehen hat, sei geduldig.“

Doch Geduld war keine Tugend von mir und somit versuchte ich weiterhin mein Glück im Leben anderer zu finden.

Kurze zeit später saß ich, zur meiner eigenen Verblüffung, in einem Baum fest. Der Wind hatte mich dort hin-geweht und nun, war er fort. Ich war ein bisschen ängstlich, denn was sollte ich jetzt bloß tun. Doch ich fand schnell Freude daran, es war der perfekte Ort, um mich wieder zu verleiten, mein Glück zu finden und diesmal hoffentlich für immer. Am Anfang war alles sehr angenehm, ich hatte Gesellschaft, die blätter waren sehr gastfreundlich zu mir. Doch nach ein paar Tagen war dem nicht mehr so, ich bekam langweile, wusste nichts mehr mit mir anzufangen. Wir hatten uns ja schon alles erzählt und somit ging unser Gesprächsstoff zur neige. Ich versuchte krampfhaft diesen „Magneten„ in mir auszuschalten aber es half nichts und ich musste mir selbst eingestehen, dass auf Grund meiner Natur, ich einfach nicht dazu geschaffen war, an einem Fleck zu verweilen, nicht so. Und somit bat ich den Wind inständig mich wieder zu sich zu nehmen.

Doch diesmal mit dem guten Gewissen das der Wind schon für mich sorgen wird. Irgendwann werde auch ich, hoffentlich leichter, durchs Leben gehen können, dicht gekettet, an meinen „ruhepohl“.

Ich bin eine Feder, leicht und unaufhaltsam, schwebe ich durchs Leben.

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